(Pseudo-)Getreide

Statt Kartoffeln, Nudeln oder Reis können Sie auch eine der unten stehenden Getreidesorten für Ihre Küche ausprobieren, etwa als Beilage oder Bestandteil eines Eintopfes.

Amarant

Amarant gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist, obwohl er in der Küche häufig so verwendet wird, keine Getreideart. Erstmals kultiviert wurde Amarant schon vor circa 9.000 Jahren in seiner Heimat Zentral- und Südamerika, wo die im Anbau anspruchslose Pflanze eines der Grundnahrungsmittel für Inkas, Maya und Azteken war.

Nach einem Anbauverbot im 16. Jahrhundert geriet das „Korn der Inkas“ für einige Jahrhunderte in Vergessenheit. Heute werden zehn Arten mit etwa 900 bis 1000 Sorten wieder wirtschaftlich genutzt. Seine zunehmende Beliebtheit verdankt Amarant dem hohen Nährstoffgehalt:  16 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm enthalten die kleinen Körner - doppelt so viel wie die gleiche Menge Hafer, das eiweißreichste einheimische Getreide.  Somit ist Amarant ein guter Proteinlieferant für die vollwertige, pflanzenbetonte Küche. Zudem ist Amarant auch reich an Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium und Zink, schon 150 g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Eisen und Magnesium und enthalten mehr Calcium als die gleiche Menge Kuhmilch. Auf Grund seines Nährstoffreichtums wird Amarant eine stärkende Wirkung auf Nerven und Gedächtnis zugeschrieben.

Amarant ist vielfältig einsetzbar und schmeckt in Suppen, Gemüsepfannen und Aufläufen.  Hierzulande ebenfalls beliebt ist gepuffter Amarant, der für Bratlinge, Desserts oder Müslimischungen verwendet werden kann.

Buchweizen

Auch wenn der Name es vermuten lässt – Buchweizen ist mit Weizen nicht verwandt, sondern gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Wie Amarant und Quinoa gehört er zu den Pseudogetreiden und ist reich an Eiweiß und Mineralien sowie B-Vitaminen. Ursprünglich kommt die Pflanze aus dem Eurasischen Raum und wird in China bereits seit 4600 Jahren kultiviert.

Buchweizen wird eine positive Wirkung auf die Gesundheit zugeschrieben – er soll bei der Regulierung des Cholesterinspiegels helfen, den Blutdruck senken und die Leber schützen. In der Küche ist er vielfältig einsetzbar und schmeckt als Zutat in Bratlingen, in Suppen oder als Beilage zu Gemüse. In der russischen Küche wird Buchweizen auch zu Brei verarbeitet – das Pendant zum englischen Porridge - im nordamerikanischen Raum beliebt sind Buchweizenpfannkuchen mit Ahornsirup.

Bulgur

Bulgur ist ein Weizenprodukt und stammt ursprünglich aus dem arabischen Raum. Hergestellt wird Bulgur aus Hartweizengries, der zunächst gedämpft, dann getrocknet und anschließend in unterschiedliche Feinheitsgrade zermahlen wird. Da bei der Herstellung das ganze Korn verwendet wird, bleiben alle Nährstoffe des Weizenkorns erhalten. Bulgur ist somit sehr nährstoffreich und enthält verschiedene B-Vitamine, Vitamin E und Mineralstoffe wie Magnesium, Phosphor und Calcium. Auf Grund seines hohen Gehalts an Ballaststoffen ist Bulgur ein gesunder Sattmacher.

In der nordafrikanischen und mittel-östlichen Küche ist Bulgur eine Grundzutat für Gerichte wie Pilaws und Salate wie Taboulé und wird ähnlich wie Reis als Sättigungsbeilage verwendet. Da Bulgur bereits vorgegart ist, lässt er sich schnell und unkompliziert zubereiten – die Körner müssen lediglich 20 Minuten in heißem Wasser quellen.

Couscous

Couscous wird genauso wie die italienische Pasta und der fernöstliche Bulgur aus Weizen gefertigt, kann aber auch aus Hirse oder Gerste hergestellt werden. Bei der Herstellung wird das Getreide zuerst geschrotet, dann gequollen, danach zu kleinen Kügelchen geformt und anschließend getrocknet. Er wird vor allem im afrikanischen Raum und in vielen Mittelmeerländern gegessen.

Couscous ist fettarm und nährstoffreich, da bei der Herstellung alle wichtigen Nährstoffe des Getreides erhalten bleiben. Dadurch ist er sehr gut geeignet für eine gesundheitsorientierte und figurbewusste Küche.  Das Aussehen und die Anwendungsmöglichkeiten von Couscous sind vergleichbar mit Reis und Hirse. Mehrere Sorten mit unterschiedlichen Garzeiten sind erhältlich, unter anderem Vollkorncouscous. Damit er weich und körnig bleibt, sollte Couscous am besten gedämpft werden. Im Handel erhältlich ist auch Instant-Couscous, der bereits vorgegart ist und lediglich wenige Minuten in heißem Wasser quellen muss.

Hirse

Hirse ist das mineralstoffreichste und älteste Getreide – in China wird sie seit circa 4000 Jahren landwirtschaftlich genutzt, bekannt ist die Pflanze mindestens doppelt so lange. Das Wort Hirse ist aus dem Indogermanischen abgeleitet und bedeutet so viel wie Sättigung, Nahrung oder Nahrhaftigkeit – was die Vorteile des Getreides bestens zusammenfasst, schließlich enthält Hirse viel Eiweiß, Eisen, Kalium, Silizium, Phosphor und Magnesium. Bereits 50 Gramm Hirse pro Tag decken bspw. den Eisenbedarf eines Erwachsenen

Hirsekörner sind klein, rund und – je nach Sorte – weiß, grau, gelb oder rotbraun. Am häufigsten verbreitet ist die bereits geschälte Goldhirse. Hierzulande ist Hirse in Form von Getreidekörnern, Flocken und Mehl erhältlich.

In der Küche ist Hirse vielseitig einsetzbar, sie eine sättigende Beilage für Gemüsegerichte, kann aber auch in Suppen, Pudding oder Müsli verarbeitet werden. Zudem kann sie für die Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden.

Quinoa

Inkareis, Andenhirse, Reisspinat oder Perureis - das sind nur einige der vielen Bezeichnungen für Quinoa, die bereits jede Menge über Herkunft und Verwendung der Pflanze verraten. Wie Amarant zählt sie auf Grund der getreideähnlichen Zusammensetzung zu den „Pseudogetreiden“. Biologisch gehört sie jedoch zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist näher mit Spinat und Rübe verwandt.

Im Gegensatz zu Getreidearten wie Weizen, Dinkel oder Roggen ist Quinoa glutenfrei und hat einen deutlich höheren Eiweißgehalt mit allen essentiellen Aminosäuren. Quinoa lässt sich vielseitig in der Küche einsetzen: In den Herkunftsländern in Mittel- und Südamerika werden die Blätter der Pflanze ähnlich Spinat als Salat oder Gemüse zubereitet. Die hierzulande vorrangig verwendeten Körner sind eine gute Alternative zu Reis - zumal die Kochzeit nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten beträgt.

Mit ihrem außergewöhnlich hohen Eiweiß-, Mineralstoff- und Vitamingehalt sowie einem großen Anteil pflanzlicher Fette ist Quinoa nicht nur für Menschen, die unter Zöliakie leiden eine gute Getreidealternative, sondern ein vollwertiges Nahrungsmittel für eine pflanzenbetonte Küche. Übrigens: Quinoa ist auch eine häufig verwendete Zutat in Müslimischungen und eignet sich sogar für die Herstellung von glutenfreiem Bier. 

Teff

Teff ist eine Gattung der Hirse und wird auf Grund seiner Größe Zwerghirse genannt – die winzigen Samenkörner haben einen Durchmesser von weniger als 1 mm. Seinen Ursprung hat Teff in Äthiopien und im nordöstlichen Afrika. Vor allem in Äthiopien ist Teff bis heute die wichtigste Nahrungspflanze, da sie noch anspruchsloser als Mais und Hirse ist und auch auf sehr trockenen Böden wächst. Die Körner dienen als Viehfutter,  werden zu Brot oder Brei verarbeitet und sogar zum Bierbrauen verwendet.

Wie auch Hirse ist Teff glutenfrei und enthält viele Nährstoffe und Mineralien wie Calcium, Magnesium Kalium und Eisen. Teffmehl lässt sich gut für glutenfreie Backwaren und Süßspeisen einsetzen und kann auch zu Nudeln verarbeitet werden.

 

 

Probieren Sie auch einmal Gerichte mit Gerste, Hafer, Kamut, Mais, Perlgraupen, Roggen oder Dinkel!