Hintergrund

Weshalb weniger Fleisch?

Es gibt erstaunlich viele gute Gründe, weniger oder gar kein Fleisch zu essen. In der Realität handeln jedoch wir nicht nur vernünftig und erst recht nicht, wenn es um Essen geht. Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ist Genuss, Identität, Gemeinsamkeit mit anderen und vor allem Gewohnheit. Von heute auf morgen, weder Fisch noch Fleisch mehr zu essen, ist eine grundlegende Entscheidung, die viele nicht treffen möchten. Die gute Nachricht: Es macht schon einen großen Unterschied, sich teilweise vegetarisch zu ernähren. Es sind die täglichen Entscheidungen, mit denen wir die Welt gestalten. Wir haben immer wieder Gelegenheit, unsere Werte zu verwirklichen, gerade wenn es darum geht, was wir zu uns nehmen – und was nicht. Man kann Gutes bewirken, ohne seine Ernährung vollständig umzustellen. Deshalb unser Vorschlag: Werden Sie Halbzeitvegetarier und suchen Sie sich einen Partner, mit dem Sie das gemeinsame Projekt starten. Denn zwei halbe Vegetarier sind auch ein ganzer!

Allen Mythen zum Trotz: Menschen brauchen Eiweiß, nicht Fleisch. Eine ausgewogene und vollwertige vegetarische Ernährung deckt den Nährstoffbedarf und senkt zum Teil erheblich das Risiko für viele häufige Erkrankungen. Der World Cancer Research Fund (WCRF) hat in seinem zweiten globalen Bericht zum Thema Ernährung und Krebs sämtliche wichtigen Forschungsergebnisse ausgewertet, um daraus Ernährungsempfehlungen zu erstellen, die das Krebsrisiko senken sollen. In den WCRF-Empfehlungen heißt es: „Eine umfassende Betrachtung der Daten zeigt, dass die meisten Kostformen, die gegen Krebserkrankungen schützen, überwiegend aus pflanzlicher Nahrung bestehen.“ Der WCRF hält den Zusammenhang zwischen der Verzehrmenge an rotem und an verarbeitetem Fleisch und bestimmten Krebserkrankungsrisiken für überzeugend. Darüber hinaus belegen zahlreiche andere Studien Risikozusammenhänge für viele Erkrankungen bei einer fleischbetonten Ernährung und weisen darauf hin, dass eine vegetarische Ernährung Erkrankungsrisiken sowie krankheitsrelevante Risikofaktoren senkt.