Pflanzlich

CO<sub>2</sub>-Äquivalenz in Autokilometern

Die Produktion von Tierprodukten bzw. die Tierhaltung haben enorme Auswirkungen aufs Klima.

Eine groß angelegte, multidisziplinäre Studie aus den Niederlanden (NEAA, 2009) zeigt, dass wir die Reparaturkosten für das Weltklima bis 2050 fast komplett einsparen könnten, wenn wir weltweit auf tieriche Produkte verzichten würden: In konkreten Zahlen: Von 40 Billionen (40.000.000.000.000) US Dollar würden wir dabei weltweit 32 Billionen Dollar  einsparen, um die Treibhausgase in der Atmosphäre bis 2050 auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Aber auch andere renommierte Institutionen haben den drastischen Einfluss der Tierhaltung auf den Klimawandel errechnet: So schätzte 2006 die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO den Anteil der Tierhaltung an den von Menschen gemachten Treibhausgasemissionen auf 18 %. Das ist bereits mehr als der weltweite Verkehr zusammen. Und das Worldwatch-Institut bezifferte 2009 den Einfluss der Tierhaltung auf den Klimawandel gar mit 51 %.

Aber warum ist die Produktion von Tierprodukten im Vergleich zu pflanzlichen Nahrungsmitteln so umwelt- und klimabelastend?

Die Produktion tiericher Lebensmittel verlängert die Nahrungskette von der Pflanze zum Menschen um das Tier. Die meisten Kalorien der Futtermittel gehen bei der Fleischerzeugung für den Stoffwechsel des Tieres sowie für Wachstum von Knochen und Ähnlichem verloren. Dadurch bleibt von der Nahrungsenergie des Futters nur ein kleiner Teil übrig, der letztlich zu Fleisch wird. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen benötigt man grob 6 – 16 kg Getreide beziehungsweise Soja. Dabei gehen 89 – 97 % der eingesetzten Futterenergie, 80 – 96 % des Eiweißes, 99 % der Kohlenhydrate und 100 % der Ballaststoffe verloren. Tierische Produkte zu meiden, ist der weitaus effektivste Schritt um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.

Weltweiter Anteil der Umweltbelastung durch Nutztierhaltung in %
Kohlendioxid (CO<sub>2</sub>) 9 %
Methan (CH<sub>4</sub>) 37 %
Lachgas/Distickstoffoxid (N<sub>2</sub>O) 65 %
Ammoniak (NH<sub>3</sub>) 68 %

Quelle: FAO 2006

Sieht nach Verschwendung aus, und eine solche ist es tatsächlich:

Um Fleisch zu produzieren sind sehr große Anbauflächen für Futtermittel nötig, viel davon in Übersee. Wenn die Fläche nicht mehr reicht, wird oft Regenwald brandgerodet, was enorme Mengen an Kohlendioxid (CO2) freisetzt, und den Wald, der zudem CO2 binden und Sauerstpoff produzieren könnte, vernichtet. Doppelt schlecht für das Klima. Große Futteranbauflächen und enorme Mengen Futtermittel bedeuten oft auch größeren maschinellen Einsatz von Landmaschinen und mehr Transporte, was erhöhte CO2-Emissionen nach sich zieht. In der Regel verursachen Tierprodukte auch mehr Gülle- oder Kunstdüngerausbringung, was wiederum die Emissionen von Lachgas und auch Methan, zwei weiteren bedeutenden Treibhausgasen, in die Höhe treibt. Wiederkäuer wie Rinder und Schafe bilden in ihren Mägen große Mengen Methan. 80 % des gesamten Methanausstoßes in der Landwirtschaft entstehen auf diese Weise.

 

Pflanzliche Nahrungsmittel hingegen halten die Nahrungskette (Pflanze – Mensch) kurz und sind weitaus effizienter und klimaschonender als Tierprodukte!  Das hat eine kürzlich von Greenpeace Österreich und dem Vegetarierbund Deutschland in Auftrag gegebene Studie des Sustainable European Research Institute (SERI) gezeigt. Über sieben Millionen Tonnen CO2 ließen sich allein in Deutschland einsparen, würde man Hackfleisch durch Sojafleisch ersetzen.

Es war zu erwarten, dass die Ökobilanz von Fleischalternativprodukten gegenüber Fleisch besser ausfallen würde, aber das Ergebnis überraschte sogar die Wissenschaftler. Selbst konventionelles Sojafleisch aus brasilianischen Sojabohnen* ist immernoch viermal klimafreundlicher als Bio-Hackfleisch und hat einen deutlich geringeren Flächenbedarf.

Bio-Sojafleisch schneidet noch einmal besser ab: die jährlich benötigte Landfläche für ein Kilogramm der Fleischalternative beträgt lediglich 0,73 m². Ein Kilogramm Bio-Hackfleisch schlägt mit ganzen 46,02 m² zu Buche. Diese Zahlen sprechen für sich! Hinzu kommt, dass Sojafleisch einen Wareneinsatz von gerade einmal 1,60 Euro je Kilogramm aufweist, während für ein Kilogramm Hackfleisch etwa 4,50 Euro aufgewendet werden müssen.

* Selbstverständlich empfehlen und verwenden wir ausschließlich Soja-Produkte, die nicht gentechnisch verändert wurden. Außerdem bevorzugen wir, wo immer möglich, biologisch und regional erzeugte Produkte.