Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) - Gemeinsam entwickeln

Transparenzvitrine

Die ehemalige Fachhochschule Eberswalde und heutige Hochschule für nachhaltige Entwicklung scheint schon dem Namen nach dafür prädestiniert zu sein, das Thema Nachhaltigkeit auch bei der Verpflegung der Studenten und Mitarbeiter zu berücksichtigen. Seit ihrer Umbenennung im Jahr 2010 geschieht dies auch konsequent. Damals riefen Umweltmanagerin Kerstin Kräusche und die Koordinatorin für eine familienfreundliche Hochschule Vera Clauder den „Runden Tisch Nachhaltigkeit“ ins Leben. Beim Runden Tisch handelt es sich um ein demokratisches Gremium, an dem von den Studierenden über Vertreter des Studentenwerks Frankfurt/Oder, zu welchem die Hochschule gehört, bis zum Dekan jeder teilnehmen kann. Bereits bei den ersten Treffen wurde deutlich, dass die Mensa für die Studierenden höchste Priorität besitzt. Deshalb wurde die „AG Nachhaltigkeitsmensa“ gegründet. Sie setzt sich seitdem dafür ein, die zwei Mensen der Hochschule, welche täglich 500 bis 700 hochschulin- und externe Gäste verköstigen, nachhaltiger zu gestalten.


Bisher hat die AG schon sehr viel erreicht. Ein Ziel war es beispielsweise, den Anteil der vegetarischen Gerichte zu erhöhen. Früher war es teilweise nur über die Komponenten möglich, sich ein fleischfreies Essen zusammenzustellen. Heute gibt es täglich mindestens ein vollwertiges vegetarisches, oft auch veganes Gericht und der Anteil dieser an allen verkauften Essen beträgt 30%. Viele Gerichte sind dabei sogar Eigenkreationen des Küchenpersonals, welches mit Überraschungen wie Kartoffel-Möhren-Puffer mit Joghurt-Minze-Soße aufwartet. Laut Kräusche brachte die Information und Fortbildung des Mensapersonals den entscheidenden Schub in die richtige Richtung:


„Sobald die Mitarbeiter über das Thema informiert waren, konnten sie sich dafür begeistern und entwickelten viele eigene Ideen, beispielsweise für vegetarische Pfannen- und Getreidegerichte.“


Laut Kerstin Kräusche ist Kommunikation der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung des Projekts. So stand das Studentenwerk dem Vorhaben der Hochschule erst einmal kritisch gegenüber, da es einen Absatzeinbruch fürchtete. Im Gespräch mit den Studierenden wurde jedoch schnell klar, dass sich viele ein nachhaltigeres Angebot in der Mensa wünschten. Der Erfolg spricht für sich, denn die Verkaufszahlen sind nach Umstellung des Speiseplans gestiegen. Auch nach Anlauf der Nachhaltigkeitsmensa sind die Studierenden beteiligt. Eine Umfrage zur Zufriedenheit mit der Mensa war mit einer Beteiligung von knapp einem Drittel der Gäste sehr erfolgreich. Außerdem befassen sich einige Studierende sogar im Rahmen von Fachprojekten im Studium mit ihrer Mensa und entwickeln dabei beispielweise Marketingkonzepte, welche auf die bisherigen Erfolge aufmerksam machen. Innerhalb der Mensen informieren Plakate, eine Transparenzvitrine und ein Bildschirm über das Speisenangebot und dessen Hintergründe. Auch für die „mensavital“-Aktion der ostdeutschen Studentenwerke war sie Vorreiter. Hierbei werden monatlich eine Woche lang täglich regionale und saisonale Menüs angeboten, welche vitaminschonend und fettarm zubereitet werden und somit rundum gesund sind. Zudem wird darauf geachtet, dass die Lebensmittel frisch und möglichst unverarbeitet sind.

Plakat zu regionalen Lieferquellen

Zu den nachhaltigen Maßnahmen zählte nicht nur die Erweiterung des Speiseplans um vegetarische Gerichte. Beispielsweise wurde das gesamte Kaffeeangebot der Mensen ökologisch produziert und fair gehandelt. Auch in der Zwischenverpflegung spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. So gibt es einen Snackautomaten, der fast ausschließlich nachhaltige Snacks beinhaltet. Dabei handelt es sich um Schokoriegel, Getränke und vegane Wurstsnacks. Anfangs gab es Schwierigkeiten, denn ein System für Automatenbestückung in nachhaltiger Linie existiert bis heute nicht.  Der Automat wird nun von einem lokalen Naturkostladen bestückt und kommt so gut an, dass in der  neu entstehenden Mensa am Waldcampus ein weiterer aufgestellt werden soll. Dieser Neubau besticht überhaupt durch sein nachhaltiges Gesamtkonzept, welches sich von den Baumaterialien bis zur Energieeffizienz durch alle Bereiche zieht.


Auch nach außen kommuniziert die Hochschule ihre Entwicklung offen. Dabei betont Kerstin Kräusche immer wieder die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gremien: „Die bisher erzielten Fortschritte waren nur möglich, weil wir alles gemeinsam entwickelt haben.“


Trotzdem handelte es sich um einen langwierigen und manchmal auch schwierigen Prozess, der letztendlich im Rahmen des Runden Tischs und der Arbeitsgruppe aber vielfältige fruchtbare Beziehungen zwischen  Studierenden, Hochschulmitarbeitern und dem Studentenwerk schuf. Das Beispiel der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde beweist, dass auch in einem aufgeschlossenen Umfeld nachhaltige Entwicklung nicht allein vonstattengeht, sondern immer ein intensiver Austausch zwischen allen Beteiligten notwendig ist. Gegenseitiges Verstehen durch intensive Kommunikation ist der Schlüssel für den Erfolg, auch bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsmensa.

Anschrift & Kontakt

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Friedrich-Ebert-Straße 28
16225 Eberswalde

Internetauftritt: www.hnee.de

Ansprechpartner:
Umweltmanagerin Kerstin Kräusche
E-Mail: kkraeusche@hnee.de
Telefon: 03334 657-254

Studentenwerk Frankfurt Oder
Abteilungsleiter Verpflegungsbetriebe Herr Göritz
Paul-Feldner-Straße 8
15230 Frankfurt/Oder
E-Mail: verpflegung@studentenwerk-frankfurt.de
Telefon: 03 35 - 5 65 09 30